Freitagabend, kurz nach acht. Jemand in Haßloch tippt bei Google „Fenster austauschen“ ein. Er hat seit Wochen vor, sich endlich darum zu kümmern, und jetzt hat er zehn Minuten Zeit.
Er landet auf einer Website. Die lädt. Er sieht ein Foto, ein paar Schlagworte, irgendwo eine Telefonnummer. Was der Betrieb genau macht, welche Fenster, ob der überhaupt bei ihm im Ort arbeitet: steht da nicht. Zumindest nicht so, dass er es in zehn Sekunden findet.
Er geht zurück zu Google und klickt auf den nächsten Treffer.
Diese zehn Sekunden entscheiden. Nicht das Design, nicht die Farbe der Buttons. Sondern ob jemand versteht, dass er hier richtig ist.
Die Ausgangslage war gar nicht schlecht
HM Verkauf und Montageservice in Haßloch baut Fenster, Haustüren, Rollläden, Insektenschutz und Sonnenschutz ein. Ein Handwerksbetrieb, der sein Geschäft versteht.
Die alte Website lief auf WordPress und war technisch in Ordnung. Kein Totalschaden, nichts Kaputtes. Aber sie erzählte die falsche Geschichte: allgemein gehalten, ein bisschen Montage, ein bisschen Service. Wer „Rollladen reparieren Haßloch“ suchte, fand nichts, was zu seiner Suche passte.
Das ist der häufigste Fall, den ich sehe. Die Seite ist nicht schlecht. Sie ist nur unscharf.
Der erste Schritt ist kein Design
Bevor ich irgendetwas gebaut habe, haben wir zusammengetragen, was der Betrieb tatsächlich verkauft. Nicht in Kategorien, sondern in den Worten, die Kunden benutzen.
Dabei kam heraus: fünf klar unterscheidbare Leistungen. Und bei jeder eine andere Frage im Kopf des Kunden. Wer eine Haustür sucht, denkt an Sicherheit und Aussehen. Wer einen Rollladen braucht, denkt an Verdunklung, Wärme oder daran, dass der alte klemmt.
Das sind fünf verschiedene Gespräche. Eine Seite, die alle fünf gleichzeitig führen will, führt keines davon richtig.
Eine Seite pro Leistung, nicht eine Seite für alles
Also bekam jede Leistung ihre eigene Seite. Fenster, Haustüren, Rollläden, Insektenschutz, Sonnenschutz. Jede mit dem, was bei genau dieser Leistung zählt: welche Hersteller, welche Varianten, was der Ablauf ist, und den Fragen, die Kunden wirklich stellen.
Die Übersichtsseite verweist nur noch weiter. Sie wiederholt die Inhalte nicht, sonst machen sich die Seiten bei Google gegenseitig Konkurrenz.
Klingt nach mehr Arbeit. Ist es auch. Aber es ist der Unterschied zwischen „wir machen auch Fenster“ und einer Seite, die jemand findet, der genau danach sucht.
Wer dich sucht, sucht fast immer lokal
Nach dem Livegang haben wir die Google Search Console angebunden und ein paar Wochen zugesehen, wonach Leute wirklich suchen.
Das Muster war eindeutig: kaum jemand sucht nur „Fenster“. Gesucht wird „Fenster Neustadt“, „Fensterbauer Speyer“, „Rollladen Bad Dürkheim“. Immer mit Ort.
Daraufhin sind fünf zusätzliche Seiten entstanden, je eine für die größeren Orte im Einzugsgebiet. Und zwar mit eigenem Text, nicht mit ausgetauschtem Ortsnamen. Fünf Seiten mit demselben Inhalt und wechselndem Ort erkennt Google sofort, und es hilft niemandem.
Wichtig dabei: Diese Entscheidung kam aus echten Daten, nicht aus einem Bauchgefühl. Das ist der Vorteil, wenn man nach dem Livegang noch hinschaut, statt die Seite abzuliefern und zu vergessen.
Warum die Seite kein Cookie-Banner hat
Das ist der Teil, über den ich am meisten gefragt werde.
Die Seite setzt keine Cookies. Keine. Deshalb braucht sie kein Einwilligungsbanner, denn es gibt nichts, worin man einwilligen müsste.
Damit das funktioniert, muss man an drei Stellen konsequent sein:
- Schriften liegen auf dem eigenen Server. Wer Google Fonts direkt einbindet, schickt bei jedem Aufruf die IP-Adresse des Besuchers nach Amerika. Die Schriftdateien einmal herunterzuladen kostet zehn Minuten.
- Keine eingebetteten Karten, Videos oder Social-Media-Bausteine. Jedes davon zieht Cookies nach. Eine verlinkte Karte tut es genauso, ohne dass beim Aufruf schon Daten fließen.
- Die Reichweitenmessung läuft ohne Cookies und auf dem eigenen Server. Sie zählt Seitenaufrufe und Klicks, ohne einzelne Besucher wiederzuerkennen.
Das Ergebnis: keine Zustimmungsklickerei, die ohnehin jeder wegdrückt. Weniger Rechtsrisiko. Und eine Seite, die schneller lädt, weil sie nichts von Dritten nachladen muss.
Ein Banner ist kein Naturgesetz. Es ist die Folge von Entscheidungen, die man auch anders treffen kann.
Anfragen dürfen nicht im Spam landen
Eine Website kann noch so gut sein: Wenn die Anfrage nicht ankommt, war alles umsonst.
Standardmäßig verschickt WordPress Mails über den Webserver. Das geht bei modernen Postfächern regelmäßig schief, weil der Absender nicht zur Domain passt. Die Anfrage landet dann im Spam-Ordner. Oder nirgends.
Deshalb läuft der Versand über das echte Firmenpostfach, mit den passenden Einträgen im Hintergrund. Jede Anfrage geht zusätzlich in eine eigene Liste im Backend, damit nichts verlorengeht, wenn eine Mail doch mal hängt. Und der Kunde bekommt sofort eine Bestätigung, dass seine Anfrage da ist.
Kurz nach dem Start kamen die ersten Spam-Anfragen. Statt ein Captcha einzubauen, das wieder Cookies mitbringt und echte Kunden nervt, prüfen mehrere unauffällige Regeln, ob eine Einsendung echt wirkt: wie schnell das Formular ausgefüllt wurde, ob fremde Schriftzeichen im Text stehen, ob Links im Namensfeld auftauchen. Der Bot bekommt eine freundliche Bestätigung. Gespeichert und verschickt wird nichts.
Was du nach dem Livegang siehst
Die meisten Betriebe bekommen eine fertige Website und danach nie wieder eine Zahl zu sehen.
Hier stehen die Suchdaten direkt im Backend: welche Begriffe Menschen zu dir bringen, wie oft du erscheinst, auf welchem Platz du stehst. Dazu einmal wöchentlich eine Mail mit dem Wichtigsten.
Der praktischste Teil ist eine Liste der Suchbegriffe, bei denen die Seite knapp hinter der ersten Ergebnisseite steht. Das sind die Stellen, an denen sich Arbeit sofort auszahlt: ein besserer Text, eine passende Überschrift, ein interner Verweis. Kein Raten, sondern eine Liste zum Abarbeiten.
Was du daraus mitnehmen kannst
Auch wenn du gerade keinen Relaunch planst, drei Dinge lassen sich sofort prüfen:
- Suche deinen Betrieb selbst. Tipp das ein, was ein Kunde eintippen würde, mit Ort. Findest du dich? Und passt die Seite, auf der du landest, zur Suche?
- Schick dir selbst eine Anfrage über dein Formular. Kommt sie an? Wie schnell? Bekommt der Absender eine Bestätigung? Du würdest dich wundern, wie oft die Antwort nein lautet.
- Schau, was deine Seite lädt. Wenn ein Cookie-Banner erscheint, lädt sie etwas von Dritten. Oft sind es nur die Schriften, und die lassen sich in einer halben Stunde umziehen.
Der nächste Schritt
Eine Website ist kein Prospekt, das man alle fünf Jahre neu druckt. Sie ist das Werkzeug, mit dem dich Leute finden, die dich noch nicht kennen. Und wie jedes Werkzeug muss man ab und zu nachschauen, ob es noch schneidet.
Das Ergebnis dieses Projekts kannst du dir ansehen: hm-montageservice.de