Sommer 2026 in Haßloch. In der Metzgerei Vogt sind zwei Stellen offen: eine im Verkauf, eine in der Küche.
Der naheliegende nächste Gedanke wäre Social Media. Nur: Die Facebook-Seite der Metzgerei gab es zwar, gepflegt wurde sie nie. Bei Instagram dasselbe. Keine Beiträge, keine Follower, nichts, worauf man aufbauen könnte.
Acht Wochen später sind beide Stellen besetzt. Aus 42 Bewerbungen, für knapp 640 € Werbebudget. Wie das ging, mit allen Zahlen.
Warum ein leeres Profil kein Hindernis ist
Viele Betriebe denken, sie müssten erst jahrelang Beiträge posten und Follower sammeln, bevor sich Werbung bei Facebook und Instagram lohnt. Für Stellenanzeigen stimmt das nicht.
Eine Anzeige läuft nicht bei den Leuten, die deiner Seite folgen. Sie läuft bei Menschen, die Meta für passend hält, egal ob sie deinen Betrieb kennen. Wer sich angesprochen fühlt, tippt auf die Anzeige und füllt ein kurzes Formular aus, ohne Facebook oder Instagram zu verlassen. Kein Anschreiben, keine Website, kein Umweg über ein Postfach.
Eine Facebook-Seite braucht es trotzdem, denn in ihrem Namen läuft die Anzeige. Aber ob dort seit Jahren nichts passiert ist, spielt für eine Stellenanzeige kaum eine Rolle.
Was ich gemacht habe
Die Anzeigen, die Texte, die Bilder und die Bewerbungsformulare habe ich erstellt, alles aus einer Hand. Für jede Stelle gab es eine eigene Kampagne mit einem festen Budget von 12 € am Tag:
- Verkauf: vom 21. Juli bis 23. August 2026
- Koch: vom 23. August bis 15. September 2026, direkt im Anschluss
Weil jede Stelle ihre eigene Kampagne hatte, sieht man getrennt, was sie gekostet hat. Wie sich gleich zeigt, ist das mehr als eine Formsache.
Die Zahlen
| Stelle | Bewerbungen | je Bewerbung | Budget |
|---|---|---|---|
| Verkauf | 8 | 44,86 € | 358,91 € |
| Koch | 34 | 8,21 € | 279,08 € |
| Zusammen | 42 | 15,19 € | 637,99 € |
Gesehen haben die Anzeigen 10.128 Konten, 5.003 beim Verkauf und 6.575 bei der Kochstelle, bei knapp 47.000 Impressionen. Alle Werte stammen aus dem Werbeanzeigenmanager von Meta.
Was die Zahlen sagen
Gleiches Tagesbudget, gleicher Betrieb, und trotzdem kostete eine Bewerbung für die Küche ein Fünftel von dem, was eine Bewerbung für den Verkauf kostete. Warum, lässt sich aus den Zahlen allein nicht sagen. Genau deshalb lohnt es sich, jede Stelle einzeln zu messen, statt ein Budget für „Personal“ ins Blaue zu geben.
Am Ende zählt aber nicht die Zahl der Bewerbungen, sondern ob jemand anfängt. Beide Stellen sind besetzt, mit einem Koch und einer Verkäuferin. Umgerechnet hat jede Einstellung rund 320 € Werbebudget gekostet.
Ob das viel oder wenig ist, weißt du am besten selbst: Was hat dich deine letzte Stellenanzeige gekostet, und wie viele Bewerbungen kamen darauf?
Was du daraus mitnehmen kannst
Auch wenn du gerade niemanden suchst, vier Dinge lohnen sich zu wissen:
- Du brauchst kein gepflegtes Profil. Eine Facebook-Seite muss es geben, aber sie muss nicht glänzen. Die Anzeige trägt die Arbeit, nicht deine Follower.
- Mach es Bewerbern leicht. Ein kurzes Formular direkt in der App ist eine kleinere Hürde als „Bewerbung mit Lebenslauf an…“. Wer im Verkauf oder in der Küche arbeitet, schreibt selten Anschreiben.
- Kleines Budget, klare Laufzeit, pro Stelle messen. 12 € am Tag über ein paar Wochen reichen, um zu sehen, ob eine Stelle über diesen Weg funktioniert.
- Melde dich schnell zurück. Wer ein Formular ausfüllt, hat gerade Interesse. Drei Tage später hat er vielleicht schon woanders zugesagt.
Der nächste Schritt
Bewerber fallen nicht vom Himmel, aber sie sind oft näher, als man denkt. Sie scrollen abends durch ihr Handy, und genau dort kannst du sie erreichen.